{"id":275,"date":"2020-12-18T07:38:46","date_gmt":"2020-12-18T06:38:46","guid":{"rendered":"https:\/\/sites.ifkw.lmu.de\/mpaed2021\/?page_id=275"},"modified":"2021-03-09T09:38:49","modified_gmt":"2021-03-09T08:38:49","slug":"call-for-papers-fg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sites.ifkw.lmu.de\/mpaed2021\/call-for-papers\/call-for-papers-fg\/","title":{"rendered":"Call for Papers"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><sup><a href=\"https:\/\/sites.ifkw.lmu.de\/mpaed2021\/call-for-papers-english-version\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/sites.ifkw.lmu.de\/mpaed2021\/call-for-papers-english-version\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">English Version<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Kommunikation und Konsens \u2013 #mpaed2021<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:80%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"cfp-fg\">Thema der Tagung<\/h5>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-sitebg-color has-accent-1-background-color has-text-color has-background no-border-radius\" href=\"http:\/\/sites.ifkw.lmu.de\/mpaed2021\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/12\/CfP_mpaed2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CfP als PDF herunterladen<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Der Begriff des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat Konjunktur. Aus medialen Debatten und der politischen Kommunikation \u00fcber den Zustand unserer Gesellschaft ist der Terminus, der bis vor kurzem jenseits der Welt der Think Tanks nahezu unbekannt war, mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Man begegnet ihm wie selbstverst\u00e4ndlich in Parteiprogrammen, auf Wahlplakaten, in politischen Kommentaren und in Talkshow-Diskussionen. Gleichzeitig bleibt sein Gehalt in diesen Kontexten oftmals diffus und l\u00e4sst sich darauf reduzieren, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt grunds\u00e4tzlich etwas Gutes und Erstrebenswertes sei, jedoch aktuell bedroht werde oder schwinde und daher wieder gest\u00e4rkt werden m\u00fcsse. Vor dem Hintergrund dieser Alltagsbeobachtung zielt die Tagung auf eine heuristische und transparent machende Dekonstruktion des Begriffs aus medienp\u00e4dagogischer Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt hierf\u00fcr ist zweifelsohne die soziale und kommunikative Konstruktion von Wirklichkeit \u2013 und somit auch des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie die ihn konstituierenden Prozesse und Praktiken. Einen massgeblichen Faktor in diesem Zusammenhang stellt das Handeln von B\u00fcrger*innen mit verschiedenen Kom\u00admunikationsmedien bzw. die Eingebundenheit in sozio-mediale Gef\u00fcge und die damit verbundene M\u00f6glichkeit dar, sich mit verschiedenen Individuen, Gruppen und \u00d6ffentlichkeiten in Beziehung zu setzen. Dementsprechend bedeutsam sind Medien im Zuge ihrer \u00f6ffentlich-rechtlichen Institutionalisierung als Katalysator gesellschaftlicher Integrationsprozesse neben familialen, beruflichen und bildungsinstitutionellen Kontexten.<br>Insbesondere mit Blick auf den Bereich \u00f6ffentlicher Kommunikation hat sich seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts in Bezug auf diese Integrationsfunktion in zahlreichen Feldern eine zweifache Herausforderung herauskristallisiert: W\u00e4hrend \u00f6ffentlicher Kommunikation zum einen die Funktion zugeschrieben wird, geteilte Themeninteressen, Wissensbest\u00e4nde und Wertorientierungen zu vermitteln, soll zum anderen in der Medien\u00f6ffentlichkeit die steigende Vielfalt der sozialen und kulturellen Lebensumst\u00e4nde und -entw\u00fcrfe der Bev\u00f6lkerung widergespiegelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>So besteht weitgehender Konsens dar\u00fcber, dass sich mit dem Internet und dem Aufkommen kommunikativer Online-Netzwerke f\u00fcr die meisten Menschen der Zugang zur \u00d6ffentlichkeit enorm vereinfacht hat. Eng damit verbunden ist die Aufhebung bzw. Verringerung der Asymmetrie zwischen Kommunikator*innen und Rezipient*innen, die charakteristisch f\u00fcr die traditionelle Massenkommunikation war. Die nahezu ausschliesslich mediale Funktion der Orientierung und Komplexit\u00e4tsreduktion hat einem deutlich dynamischeren Verh\u00e4ltnis Platz gemacht, zu dem flexible Rollenwechsel geh\u00f6ren. Mehr noch hat die tiefgreifende Mediatisierung aller Lebensbereiche nicht nur den Strukturwandel von Produktion, Distribution und Nutzung \u00f6ffentlicher Kommunikation beschleunigt. B\u00fcrger*innen k\u00f6nnen nahezu \u00fcberall und jederzeit Konnektivit\u00e4t erfahren, m\u00fcssen damit leben, dass ihre Medienpraktiken \u00abdatafiziert\u00bb und der \u00f6ffentlichen (wie auch wissenschaftlichen) Beobachtung zug\u00e4nglich gemacht werden und sie selbst dadurch zum Gegenstand der Aushandlung von Formen des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden k\u00f6nnen.<br>Diese Ver\u00e4nderungen gehen zugleich mit einem Bedeutungsgewinn von partizipativen sowie algorithmischen Selektions-, Aggregations- und Distributionsleistungen einher, so dass zum einen die Frage nach einem ver\u00e4nderten Verst\u00e4ndnis von Massenkommunikation und ihrer Rolle bei der Herstellung von \u00d6ffentlichkeit zu stellen ist (bspw. mit Blick auf data journalism) . Zum anderen ist zu hinterfragen, ob diese Entwicklung auch zu einer Fragmentierung und Polarisierung von Bev\u00f6lkerungsgruppen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Online-Plattformen scheinen dabei f\u00fcr populistische und extremistische Kommunikationsstrategien und -stile, welche zur Polarisierung der Gesellschaft und damit zu einer Schw\u00e4chung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes beitragen, einen N\u00e4hrboden zu bereiten. Zugleich sind Suchmaschinen, Netzwerk- oder Videoplattformen mittlerweile unverzichtbare Werkzeuge, um sich in der verf\u00fcgbaren Vielfalt des Internets zu orientieren und neue Formen der Vergemeinschaftung zu initiieren. Ihre Medienlogik \u2013 die Strukturierung von Kommunikation ebenso wie die zugrundeliegenden Gesch\u00e4ftsmodelle \u2013 beruht auf der umfassenden Datafizierung und Algorithmisierung und kulminiert im Leitprinzip der Personalisierung. Insbesondere die sozialen Medien mit ihren vielf\u00e4ltigen Kommentar- und Empfehlungsfunktionen machen die dialogisch orientierte Anschlusskommunikation f\u00fcr grosse Kreise sichtbar. Was in vielen Situationen dabei helfen kann, einen Einblick in das Meinungsklima des sozialen Umfelds und die Vielfalt denkbarer Haltungen zu gewinnen, kann im Extremfall in populistischen \u00abEchokammern\u00bb m\u00fcnden, in denen sich Menschen nur noch in ihrer vorgefassten Meinung best\u00e4tigen oder gar radikalisieren, was sich etwa in der Zunahme von \u00abhate speech\u00bb ausdr\u00fcckt. Aspekte wie kommerzielle Interessen der Plattformen, das Verschwinden journalistischer Gatekeeper, Skandalisierung von Narrativen durch Fake News sowie technologische Komponenten wie die Instrumentalisierung algorithmenbasierter Anzeigemechanismen, das Schaffen von Meinungstendenzen und alternativen Realit\u00e4ten durch Social Bots deuten auf die Tragweite m\u00f6glicher problematischer Entwicklungen hin. In der Summe k\u00f6nnen diese Facetten digitaler Medien demokratieuntergrabende Kommunikationsstrategien beg\u00fcnstigen und die gemeinschaftsstiftenden Potenziele \u00fcberlagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Beschreibung wird deutlich, dass die Rahmenbedingungen interpersonaler und (teil-)\u00f6ffentlicher Kommunikation wesentliche kulturelle Faktoren f\u00fcr die Qualit\u00e4t und Auspr\u00e4gung gesellschaftlichen Zusammenhalts sind. Eine Aufgabe medienp\u00e4dagogischer Forschung liegt daher in der genaueren Bestimmung der Umst\u00e4nde, unter denen die Strukturen interpersonaler und (teil-)\u00f6ffentlicher Kommunikation Zusammenhalt f\u00f6rdern beziehungsweise untergraben. Von zentralen Erkenntnisinteresse sind dabei die politischen, \u00f6konomischen, medienrechtlichen und medientechnischen Bedingungen der Online-Netzwerke, die aktuell an einer Fragmentierung und Stratifikation der Gesellschaft mitwirken, deren Potenzial jedoch in einer deliberativen Partizipation und damit auch einer St\u00e4rkung gesellschaftlichen Zusammenhalts liegt.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Einreichungsmodalit\u00e4ten<\/h5>\n\n\n\n<p>Wir bitten um Einreichungen, die insbesondere Schnittfelder erziehungswissenschaftlicher, kommunikationswissenschaftlicher und medienwissenschaftlicher Forschung zu Ph\u00e4nomenen und Praktiken des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den Blick nehmen. Dabei k\u00f6nnen beispielsweise folgende Fragenkomplexe (direkt oder indirekt) adressiert werden:<br>Welche Folgen hat der Wandel der technischen M\u00f6glichkeiten (teil-)\u00f6ffentlicher Meinungsbildung und medialer Partizipation f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis und die politische Meinungsbildung der Gesellschaften der Gegenwart?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Unter welchen Bedingungen kollidiert das Ideal des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit anderen zentralen Werten, wie dem der Meinungsfreiheit oder der journalistischen Informationspflicht?<\/li><li>Welche den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergrabende oder f\u00f6rdernde Kommunikationspraktiken und -stile sind auf die medientechnischen, \u00f6konomischen und sozialen Spezifika von Online-Netzwerken zur\u00fcckzuf\u00fchren und wie gestalten sich diese?<\/li><li>Welche Kompetenzen ben\u00f6tigen B\u00fcrger*innen, um selbstbestimmt und demokratisch Medien nutzen zu k\u00f6nnen?<\/li><li>Inwieweit kann die Medienp\u00e4dagogik als Disziplin den gesellschaftlichen Zusammenhalt f\u00f6rdern?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Interdisziplin\u00e4r ausgerichtete, oder aus anderen Fachdisziplinen stammende Beitr\u00e4ge sind ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht. Die Tagung soll Raum zum intensiven und fach\u00fcbergreifenden Austausch bieten. Erbeten werden konzeptionelle und theoretische Beitr\u00e4ge sowie empirische Arbeiten, auch aus laufenden Projektkontexten. Volltexte der Beitr\u00e4ge k\u00f6nnen nach der Tagung zur Publikation im Jahrbuch Medienp\u00e4dagogik 19 eingereicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessent*innen sind eingeladen, bis <strong><span class=\"has-inline-color has-accent-1-color\">14. M\u00e4rz 2021<\/span><\/strong> ein Abstract von <em>ca. 500 W\u00f6rtern (Literatur wird nicht berechnet)<\/em> elektronisch einzureichen (unter: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.conftool.com\/mpaed2021\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.conftool.com\/mpaed2021\/<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons aligncenter is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link no-border-radius\" href=\"https:\/\/www.conftool.com\/mpaed2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Einreichungen einsenden<\/strong><br><small> auf ConfTool<\/small><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Zum Blog der Sektion Medienp\u00e4dagogik (DGfE)<\/h6>\n\n\n\n<p>Hier gelangen Sie zum Call for Papers auf dem Blog der Sektion Medienp\u00e4dagogik (DGfE).<br>Informationen auf <a href=\"https:\/\/www.medienpaed.com\/blog\/gesellschaftlicher-zusammenhalt-kommunikation-und-konsens-mpaed2021\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.medienpaed.com\/blog\/gesellschaftlicher-zusammenhalt-kommunikation-und-konsens-mpaed2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsch <\/a>und auf <a href=\"https:\/\/www.medienpaed.com\/blog\/social-cohesion-communication-and-consensus-mpaed2021\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.medienpaed.com\/blog\/social-cohesion-communication-and-consensus-mpaed2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Englisch<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English Version Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Kommunikation und Konsens \u2013 #mpaed2021 Thema der Tagung Der Begriff des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat Konjunktur. 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